Lieferplanbedarfe abstimmen

In diesem Dokument wird beschrieben, wie Lieferplanbedarfe bei der Erstellung eines Nettolieferplans abgestimmt werden, der ein Teil der Lieferplanverarbeitung ist. Der Nettolieferplan wird erstellt, nachdem der Lieferplan aktiviert wurde.

Sie verwenden die Abstimmung von Lieferplanbedarfen, um den kundenspezifischen Lieferplan automatisch mit dem M3-Versandprozess und dem kontinuierlichen Warenfluss zu synchronisieren. Dadurch soll sichergestellt werden, dass die richtigen Lieferplanbedarfe in M3 als Kundenaufträge fortgeschrieben werden.

Ergebnis

Sie wissen, dass die Lieferplanbedarfe, mit denen die Kundenauftragspositionen bei der Nettolieferplanerstellung aktualisiert werden, korrekt sind, und Sie nehmen Anpassungen an kürzlich durchgeführten Lieferungen vor, die dem Kunden unbekannt waren, als der Lieferplan erstellt wurde.

Sie können einen sicheren und vollautomatisierten Lieferplanprozess nutzen. Hierfür müssen Sie den Wert 5 = "Neuen Plan aktivieren" im Feld "055 Nächste manuelle Funktion" in "Lieferplantyp. Öffnen" (RSS010) auswählen.

Sie können die vorläufigen Abstimmungsinformationen auf der validierten Artikelposition des Lieferplans in "Lieferplan. Zuordnen Bedarfe" (RSS102/B) anzeigen, indem Sie mit F16 umschalten, bis das gewünschte Abstimmungsbild angezeigt wird. Auf diese Weise simulieren Sie das Ergebnis der Nettolieferplanerstellung vor der eigentlichen Erstellung.

Nach dem Erstellen des Nettoplans können Sie Kundenauftragspositionen mit der korrekten Bedarfsmenge anzeigen, indem Sie die entsprechende Sortierfolge und Ansicht in "KA. Positions-Toolbox öffnen" (OIS301/B) verwenden.

Die Lieferplanartikelpositionsdatei (ORSITM) wird mit den Lieferscheininformationen aktualisiert, die als Synchronisierungspunkt für die Abstimmung verwendet werden. Der Synchronisierungspunkt, der als "Lieferschein für die Abstimmung" bezeichnet wird, ist gültig, wenn Sie die Lieferscheinabstimmung verwenden.

Die Lieferplanartikelpositionsdatei (ORSITM) wird mit den kumulativen, kundenspezifischen Informationen aktualisiert, die als Synchronisierungspunkt für die Abstimmung verwendet werden. Dies gilt, wenn Sie die kumulative Abstimmung verwenden.

Die neue Nettolieferplandatei (ORSNTN) wird mit der korrekten Bedarfsmenge auf der Basis der Abstimmungssaldoberechnung aktualisiert. ORSNTN wird als Arbeitsdatei für die Speicherung des neuen Nettolieferplans verwendet, während die Nettolieferplanerstellung im Gange ist.

Bei der Erstellung des Nettolieferplans wird die Kundenauftragspositionsdatei (OOLINE) mit der korrekten Bedarfsmenge auf der Basis der Abstimmungssaldoberechnung aktualisiert.

Bevor Sie beginnen

  • Stellen Sie sicher, dass die nachstehenden Felder in "Settings – Partner" (RSS015) analysiert und definiert sind. Es geht um folgende Felder, die später in diesem Dokument erklärt werden:
    • 015 Abstimmungsmethode
    • 020 Abstimmungsstufe
    • 025 Abstimmung
    • 030 Kumulationstyp
    • 035 Kumulationsstufe
    • 215 Zugeteilte Aufträge ändern
    • 520 Eingegangener Datumstyp für Lieferscheine
  • Wenn Sie die kumulative Abstimmung verwenden, müssen die Voraussetzungen für das Aktivieren von Kumulationswerten erfüllt sein.

Zweck

Mit der Abstimmung der Lieferplanbedarfe stellen Sie sicher, dass die Kundenauftragspositionen mit der korrekte Bedarfsmenge erstellt und aktualisiert werden, während die Nettolieferplanerstellung durchgeführt wird. Wenn die Bedarfsmengen der Kundenauftragspositionen korrekt sind, werden die geplanten Lieferungen zugeteilt und bedarfsgemäß an den Kunden versendet.

  1. Am Freitag zur Mittagszeit sendet der Kunde über EDI einen Bruttolieferplan. Der Bruttolieferplan enthält die Bedarfe des Kunden, die noch nicht mit den letzten Lieferungen synchronisiert sind, die vom Lieferanten an den Kunden gegangen sind. Der Lieferplan enthält drei Bedarfe für Artikel A: 100 Stück als Rückstandsauftrag für Freitag, 100 Stück für Montag und 100 Stück für Mittwoch.

  2. Der Lieferant erhält den Lieferplan und gibt ihn in M3 ein, ohne den Nettolieferplan zu erstellen.

  3. Am Freitag wird vom Lieferanten eine Lieferung für Artikel A mit 40 Stück durchgeführt, bevor der Nettolieferplan erstellt wird.

  4. Wenn der Lieferant jetzt den Nettolieferplan ohne Abstimmung erstellt, führt das Ergebnis zu fehlerhaften Kundenbedarfen. Das Ergebnis ist 100 Stück Freitag, 100 Stück Montag und 100 Stück Mittwoch.

  5. Um einen korrekten Nettolieferplan zu erhalten, müssen Sie ihn mit der Abstimmung erstellen. Die Bedarfe werden dann mit 60 Stück Freitag (100 – 40 geliefert), 100 Stück Montag und 100 Stück für Mittwoch aktualisiert.

    Durch die Abstimmung passen Sie den Lieferplan an Lieferungen an, die dem Kunden unbekannt waren, als der Bruttolieferplan erstellt wurde.

Zeitpunkt der Verwendung

Die Abstimmung wird verwendet, wenn die Situation eintritt, die im obigen Beispiel beschrieben ist (siehe Abbildung). Sie können das Abstimmungssaldo außerdem berechnen und die Nettobedarfsmenge in "Lieferplan. Zuordnen Bedarfe" (RSS102/B) manuell aktualisieren. Diese Option wird jedoch nicht empfohlen, da sie unsicher ist und mehr manuellen Aufwand erfordert.

Vorgehensweise

Es stehen fünf verschiedene Abstimmungsmethoden zur Auswahl. In der Regel wird diese Auswahl vom Kunden getroffen, wobei eventuell benötigte Abstimmungsinformationen herangezogen werden. Wenn Informationen für mehrere Methoden bereitgestellt werden, sollte die Methode mit der besten informativen Qualität ausgewählt werden. Jede Methode wird nachstehend separat in diesem Dokument beschrieben.

Außerdem besteht die Abstimmung eines Lieferplans aus zwei separate Schritten:

  1. Abstimmungsinformationen prüfen und aktualisieren

    Dieser erste Schritt wird während der Validierung durchgeführt. Sein Zweck ist es, die vom Kunden im Lieferplan bereitgestellten Informationen mit den entsprechenden Informationen in M3 abzugleichen. Je nach der gewählten Abstimmungsmethode werden verschiedene Arten von Informationen benötigt.

    Wenn keine Abstimmungsinformationen für einen EDI-Lieferplan bereitgestellt werden oder wenn der Lieferplan manuell erstellt wird, muss Schritt 1 manuell durchgeführt werden (siehe "Lieferplanbedarfe manuell erstellen").

  2. Abstimmungssalden berechnen und Bedarfe anpassen

    Der letzte Schritt wird bei der Erstellung des Nettolieferplans durchgeführt. Zuerst wird der korrekte Abstimmungssaldo berechnet. Ein positiver Saldo bedeutet, dass Lieferungen aus M3 vor dem geplanten Lieferdatum durchgeführt wurden und dass der Lieferant dem Lieferplan voraus ist. Ein negativer Saldo weist auf einen Rückstandsauftrag hin und bedeutet, dass der Lieferant in Bezug auf den Lieferplan im Rückstand ist.

    Wenn schließlich der korrekte Abstimmungssaldo berechnet ist, werden die Bedarfe im neuen Nettolieferplan angepasst. Ein positiver Saldo reduziert die zukünftigen Bruttobedarfe, bis der Saldo gleich null ist, während ein negativer Bedarf zur Erstellung eines Rückstandsauftrags führt.

Abstimmungsmethoden

In M3 stehen fünf mögliche Abstimmungsmethoden zur Verfügung:

  • Lieferscheinabstimmung
  • Kumulative Abstimmung
  • Proaktive Folgeabstimmung
  • Reaktive Folgeabstimmung
  • Diskrete Abstimmung

Von diesen fünf Methoden werden im vorliegenden Dokument die Lieferscheinabstimmung, die kumulative Abstimmung und die diskreten Abstimmung beschrieben.

Die proaktive und die reaktive Folgeabstimmung werden nur dann verwendet, wenn JIT-Bedarfe über den JIT-Abrufverwaltungsprozess verwaltet werden. Im Unterschied zu anderen Abstimmungsmethoden, die zur Verwaltung von Rückstandsaufträgen und Liefermengen dienen, werden die proaktive und die reaktive Folgeabstimmungsmethode zum Verwalten von JIT-Bedarfsersetzungen verwendet. Jeder JIT-Bedarf wird durch ein Kontrollobjekt identifiziert, das im Feld "065 Kontrollobjekt" in "Settings – Partner" (RSS015) angefordert wird, und die Ersetzung von JIT-Bedarfen wird auf der Basis dieses Kontrollobjekts durchgeführt.

Die proaktive und die reaktive Folgeabstimmungsmethode werden nicht zur Berechnung von Abstimmungssalden verwendet und sollten als Methoden betrachtet werden, die zum Verbinden von Lieferplänen mit der JIT-Abrufverwaltung dienen. Weitere Informationen dazu finden Sie unter "JIT-Abruf verarbeiten".

Methode 1 – Lieferscheinabstimmung

Wählen Sie diese Methode aus, wenn der Kunde Lieferscheininformationen in den Lieferplan übertragen hat. Lieferscheininformationen können in "Lieferplan. Lieferscheine öffnen" (RSS105) angezeigt werden.

Sie starten dieses Programm in "Lieferplan. Artikel verbinden" (RSS101) mit Option 15 = "Lieferscheine".

Der Zweck der Lieferscheinabstimmung ist der Abgleich der Lieferscheine, die der Lieferant über M3 gesendet hat, mit den Lieferscheinen, die der Kunde als eingegangen bestätigt hat. Wenn der Kunde einen Lieferschein erhält, wird dieser mit dem nächsten Lieferplan zurückgegeben und dabei verifiziert.

Wenn der Lieferant mehr Lieferungen gesendet hat, als vom Kunden im Lieferplan angegeben ist, bedeutet das, dass neue Lieferungen unterwegs sind. Diese Lieferungen werden wahrscheinlich als Rückstandsauftrag im Lieferplan des Kunden vermerkt, da der Kunde keine Kenntnis von der Tatsache hatte, dass der Lieferant die Lieferung durchgeführt hatte, als der Lieferplan erstellt wurde. Dementsprechend passt der Lieferant mit der Abstimmung die Bruttobedarfe des Kunden an, woraus korrekte Nettobedarfe resultieren.

Felder, die vor der Lieferscheinabstimmung in (RSS015) zu definieren sind

Feld Erforderliche Definitionen
015 Abstimmungsmethode Wählen Sie Abstimmungsmethode 1 = Lieferschein aus.
020 Abstimmungsstufe

Dieses Feld muss in Übereinstimmung mit Ihren Anforderungen bezüglich der Menge von Informationen definiert werden, die im Lieferplan korrigiert werden müssen, wenn die Abstimmungsinformationen überprüft werden.

Beispiel:

Wenn die Abstimmungsstufe auf 0 gesetzt wird, müssen alle eingegangenen Lieferscheine und alle Mengen übereinstimmen. Wenn die Abstimmungsstufe auf 3 gesetzt wird, muss nur ein übereinstimmender Lieferschein gefunden werden, aber die Menge kann abweichen.

025 Abstimmung Definieren Sie, ob die Abstimmung verwendet werden soll, wenn der Nettolieferplan erstellt wird. Stellen Sie sicher, dass das zweite Feld auf 1 gesetzt ist.
215 Zugeteilte Aufträge ändern Definieren Sie, ob eine zugeteilte Auftragsposition während der Abstimmungs- und Nettolieferplanprozesse geändert werden kann. Wenn ein zugeteilter Auftrag nicht geändert werden kann, wird er als Auftragsposition in einer Rüstliste verwaltet.
520 Eingegangener Datumstyp für Lieferscheine Geben Sie die Art des Datums an, das der Kunde als Versanddatum für die eingegangenen Lieferscheine übermittelt hat. Das Datum kann entweder ein Versanddatum aus M3 oder das gewünschte Lieferdatum für die Anlieferung am Kundenstandort sein, das die Transportdurchlaufzeit enthält.

Schritt eins – Abstimmungsinformationen prüfen und aktualisieren

Zunächst werden alle eingegangenen Lieferscheine, die in "Lieferplan. Lieferscheine öffnen" (RSS105) angezeigt werden können, mit "Lieferung. Positions-Toolbox öffnen" (MWS411) verglichen. Diese Überprüfung soll sicherstellen, dass der aktuelle Artikelalias als Lieferungsnummer in M3 vorhanden ist. In (RSS105/E) können Sie überprüfen, ob der Lieferschein in "Lieferung. Positions-Toolbox öffnen" (MWS411) vorhanden ist. Wenn der Lieferschein vorhanden ist, wird die Lieferungsnummer in "Lieferung. Toolbox öffnen" (MWS410) mit Lieferstatus 95 = "Eingegangen" aktualisiert. Außerdem werden das Eingangsdatum und die Eingangszeit des Kunden in (MWS410) aktualisiert.

Anschließend wird in "Lieferplan. Lieferscheine öffnen" (RSS105) der Lieferschein, der in "Lieferung. Positions-Toolbox öffnen" (MWS411) vorhanden ist und das aktuelle Versanddatum und die aktuelle Versandzeit anzeigt, als Lieferschein für die Abstimmung aktualisiert. Dies ist der Synchronisierungspunkt für die Abstimmung.

Wenn in (RSS015) im Feld "020 Abstimmungsstufe" der Wert 0, 1, 2 oder 3 ausgewählt ist, wird eine Überprüfung durchgeführt, um sicherzustellen, dass die erforderliche Informationsstufe erreicht ist. Wenn dies nicht der Fall ist, wird der Lieferschein für die Abstimmung gelöscht, und die Auswahl des Lieferscheins für die Abstimmung muss manuell in "Lieferplan. Zuordnen Bedarfe" (RSS102/B) erfolgen.

Schritt zwei – Abstimmungssalden berechnen und Bedarfe anpassen

Eine Voraussetzung für die Durchführung dieses Schritts ist, dass in Schritt eins ein Lieferschein für die Abstimmung gefunden wurde. Diese Regel wird übersteuert, wenn das Feld "020 Abstimmungsstufe" in (RSS015) auf einen Wert gesetzt wird, der größer als 3 ist. In diesem Fall wird der Nettolieferplan ohne Berechnung des Abstimmungssaldos verarbeitet.

Das Ergebnis von Schritt zwei wird in erster Linie verwendet, wenn der Nettolieferplan erstellt wird.

Felder in (RSS102), die in Schritt zwei berechnet werden

Berechnetes Feld Beschreibung
Unser Rückstandsauftrag Gibt die Bedarfssumme in "KA. Positions-Toolbox öffnen" (OIS301) mit einem Abfahrtsdatum vor dem aktuellen Datum und der aktuellen Uhrzeit an. Wenn das Feld "215 Zugeteilte Aufträge ändern" in (RSS015) auf 1 gesetzt ist, werden zugeteilte Auftragspositionen berücksichtigt.
Kundenspezifischer Rückstandsauftrag Gibt die Summe aller Bruttobedarfe in (RSS102) mit dem Feld "Bedarfsgrund" an, das auf 3 = Rückstandsauftrag gesetzt ist.
Lieferungen nach Lieferschein Zeigt die Summe der M3-Lieferungen an, die nach dem Datum/der Zeit des Lieferscheins durchgeführt wurden, der als Lieferschein für die Abstimmung fortgeschrieben wurde.
Rüstlistenmenge Zeigt die Summe aller Auftragspositionen an, die derzeit auf einer Rüstliste angegeben sind. Wenn das Feld "215 Zugeteilte Aufträge ändern" in (RSS015) auf 0 gesetzt ist, werden zugeteilte Auftragspositionen berücksichtigt.
Eingangsmenge Zeigt die Eingangsmenge auf dem Lieferschein für die Abstimmung an.
Abstimmungssaldo

Zeigt den Abstimmungssaldo an, der berechnet wird, indem der Wert des Felds "Lieferungen nach Lieferschein" mit dem Wert des Felds "Rüstlistenmenge" addiert wird. Die Summe wird als Gesamtheit der Menge betrachtet, die der Lieferant in Übereinstimmung mit dem Lieferschein für die Abstimmung geliefert hat.

Die Summe wird dann um den Wert im Feld "Rückstandsmenge des Kunden" reduziert, um die korrekte Rückstandsmenge zu ermitteln. Das Ergebnis ist der Abstimmungssaldo.

Auf der Basis des berechneten Abstimmungssaldos wird der Bruttolieferplan bei der Nettolieferplanerstellung in einen Nettolieferplan umgewandelt. Ist der Abstimmungssaldo positiv, werden die Bedarfe im Bruttolieferplan reduziert. Ist der Abstimmungssaldo negativ, wird ein Rückstandsauftrag mit der gleichen Anzahl von Einheiten wie im Abstimmungssaldo erstellt.

Beispiel eins – positiver Abstimmungssaldo

Der Lieferant hat 100 Stück in Übereinstimmung mit dem Lieferschein für die Abstimmung geliefert. Es sind derzeit 75 Stück in einer Rüstliste angegeben, und der Kunde gibt 110 Stück als Rückstandsauftrag im Bruttolieferplan an.

Der Bestand wird wie folgt berechnet: (100 + 75) – 110 = +65. Wenn der Nettolieferplan erstellt ist, werden 65 Stück aus dem Bruttolieferplan abgezogen, wobei mit dem ersten Bedarf begonnen wird, bis der Abstimmungssaldo gleich null ist.

Beispiel zwei – negativer Abstimmungssaldo

Der Lieferant hat 100 Stück in Übereinstimmung mit dem Lieferschein für die Abstimmung geliefert, und es verbleiben noch 75 Stück in einer Rüstliste, während der Kunde 200 Stück als Rückstandsauftrag im Bruttolieferplan angibt.

Der Bestand wird wie folgt berechnet: (100 + 75) – 200 = –25. Ein Rückstandsauftrag von 25 Stück wird im Nettolieferplan mit dem vom Kunden angegebenen Rückstandsauftragsdatum erstellt.

Methode 2 – kumulative Abstimmung

Sie verwenden diese Methode, wenn der Kunde kumulative Informationen für den Lieferplan übermittelt. Kumulative Informationen können in "Lieferplan. Kumulierte Zahlen öffnen" (RSS104) angezeigt werden.

Sie starten dieses Programm über "Lieferplan. Artikel verbinden" (RSS101) mit Option 14 = "Kumulativ".

Der Zweck der kumulativen Abstimmung ist der Abgleich des Kumulationswerts des Lieferanten mit dem Kumulationswert des Kunden, der in den Lieferplan übertragen wurde. Die kumulative Abstimmung ist die am häufigsten verwendete Abstimmungsmethode.

Kumulationswerte werden ab einem vereinbarten Datum berechnet. Immer dann, wenn der Lieferant Waren liefert, wird die Lieferung den artikelspezifischen kumulativen Zahlen hinzugefügt. Wenn der Kunde eine Lieferung erhält, ergänzt er seine kumulativen Zahlen. Auf diese Weise wird der Iststatus der Lieferungen bestimmt.

Wenn der Kumulationswert des Lieferanten größer ist als der des Kunden, erkennt der Lieferant, dass neue Lieferungen zum Kunden unterwegs sind. Diese Lieferungen werden wahrscheinlich als Rückstandsauftrag im nächsten Lieferplan vermerkt, da dem Kunden nicht bekannt war, dass der Lieferant die Lieferung durchgeführt hatte, als der Lieferplan erstellt wurde. Mit der Abstimmung werden die Bruttobedarfe des Kunden angepasst, woraus korrekte Nettobedarfe resultieren.

Felder in (RSS015), die vor der kumulativen Abstimmung zu definieren sind

Feld Erforderliche Definitionen
015 Abstimmungsmethode Wählen Sie Abstimmungsmethode 2 = Kumulativ aus.
020 Abstimmungsstufe Dieses Feld muss in Übereinstimmung mit Ihren Anforderungen bezüglich der Menge von kumulativen Informationen definiert werden, die im Lieferplan korrigiert werden müssen.
025 Abstimmung Definieren Sie, ob die Abstimmung verwendet werden soll, wenn der Nettolieferplan erstellt wird. Stellen Sie sicher, dass das zweite Feld auf 1 gesetzt ist.
030 Kumulationstyp Geben Sie den Kumulationstyp an, der in den Lieferplan übertragen wird und für Abstimmungszwecke verwendet werden soll. Kumulationstyp 01 = "Effektive Wareneingangsmenge" wird am häufigsten verwendet.
035 Kumulationsstufe Geben Sie die Kumulationsstufe an, die für Abstimmungszwecke verwendet werden soll. Die Kumulationsstufe 11 (Artikelalias, Kunde und Adresse) wird am häufigsten verwendet.
215 Zugeteilte Aufträge ändern Definieren Sie, ob eine zugeteilte Auftragsposition während der Abstimmungs- und Nettolieferplanprozesse geändert werden kann. Wenn ein zugeteilter Auftrag nicht geändert werden kann, wird er als Auftragsposition in einer Rüstliste verwaltet.
  1. Abstimmungsinformationen prüfen und aktualisieren

    Zunächst wird eine Überprüfung durchgeführt, um sicherzustellen, dass der in "Settings – Partner" (RSS015) ausgewählte Kumulationstyp in "Lieferplan. Kumulierte Zahlen öffnen" (RSS104) eingegeben wurde.

    Wenn der Kumulationstyp vorhanden ist, werden die kumulative Menge des Kunden und das kumulative Berechnungsdatum des Kunden in der Lieferplanartikelposition fortgeschrieben. Das bedeutet, dass die Abstimmungsverarbeitung fortgesetzt werden kann.

    Anschließend wird eine Überprüfung durchgeführt, um festzustellen, ob die Kombination Kunde/Artikelnummer in "Artikel. Kum. Mengen geliefert aktual." (MMS072) erstellt wurde. Wenn nicht, wird diese automatisch für das laufende Jahr und mit aktivierter jahresübergreifender kumulativer Berechnung erstellt. Außerdem werden alle gültigen Kumulationstypen samt ihrer jeweiligen kumulierten Mengen in "Artikel. Kum. Menge geliefert/Pos akt." (MMS073) aktualisiert. Die Informationen zur kumulativen Menge werden auf der Basis der Lagerbewegungshistorie des laufenden Jahres zusammengefasst.

    Wenn in (MMS072) eine jahresübergreifende Berechnung angefordert wird und ein neues Jahr beginnt, werden die Datensätze in (MMS073) auf Basis der Lagerbewegungen im neuen Jahr bis zum aktuellen Datum neu berechnet.

  2. Abstimmungssalden berechnen und Bedarfe anpassen

    Eine Voraussetzung für die Durchführung dieses Schritts ist, dass in Schritt eins eine gültig kumulative Menge des Kunden gefunden wurde.

    Das Ergebnis von Schritt zwei wird in erster Linie verwendet, wenn der Nettolieferplan erstellt wird.

Felder in (RSS102), die in Schritt zwei berechnet werden

Berechnetes Feld Beschreibung
Unser Rückstandsauftrag Gibt die Bedarfssumme in "KA. Positions-Toolbox öffnen" (OIS301) mit einem Abfahrtsdatum vor dem aktuellen Datum und der aktuellen Uhrzeit an. Wenn das Feld "215 Zugeteilte Aufträge ändern" in (RSS015) auf 1 gesetzt ist, werden zugeteilte Auftragspositionen berücksichtigt.
Kundenspezifischer Rückstandsauftrag

Gibt die Summe aller Bruttobedarfe in (RSS102) mit dem Feld "Bedarfsgrund" an, das auf 3 = Rückstandsauftrag gesetzt ist.

Wenn in (RSS102) kein Rückstandsauftragsbedarf vorhanden ist, wird in "Lieferplan. Kumulierte Zahlen öffnen" (RSS104) überprüft, ob Kumulationstyp 02 = "Geplante Eingangsmenge" und Kumulationstyp 01 = "Eingegangene Ist-Menge" übertragen wurden. Wenn das der Fall ist, wird die Rückstandsmenge des Kunden berechnet, indem vom Wert des Felds "Geplante Wareneingangsmenge" der Wert des Felds "Effektive Wareneingangsmenge" abgezogen wird. Dies ist eine alternative Methode für die Übermittlung von Rückstandsauftragsinformationen.

Gelieferte Menge Zeigt die Summe der M3-Lieferungen an, die dem Kunden nicht bekannt sind. Die gelieferte Menge wird berechnet, indem vom Wert des Felds "Unsere kumulative Menge" der Wert des Felds "Kumulative Menge des Kunden" abgezogen wird.
Rüstlistenmenge Zeigt die Summe aller Auftragspositionen an, die derzeit in einer Rüstliste enthalten sind. Wenn das Feld "215 Zugeteilte Aufträge ändern" in (RSS015) auf 0 gesetzt ist, werden zugeteilte Auftragspositionen berücksichtigt.
Abstimmungssaldo

Zeigt den Abstimmungssaldo an, der berechnet wird, indem der Wert des Felds "Gelieferte Menge" mit dem Werts des Felds "Rüstlistenmenge" addiert wird. Die Summe wird als Gesamtheit der Lieferungen betrachtet, die dem Kunden unbekannt ist.

Diese Summe wird dann um den Wert im Feld "Rückstandsmenge des Kunden" reduziert, um die korrekte Rückstandsmenge zu ermitteln. Das Ergebnis ist der Abstimmungssaldo.

Auf der Basis des berechneten Abstimmungssalden wird der Bruttolieferplan bei der Nettolieferplanerstellung in einen Nettolieferplan umgewandelt. Ist der Abstimmungssaldo positiv, werden die Bedarfe im Bruttolieferplan reduziert. Ist der Abstimmungssaldo negativ, wird ein Rückstandsauftrag mit der Anzahl von Einheiten im Abstimmungssaldo erstellt.

Beispiel eins – positiver Abstimmungssaldo

Der Wert im Feld "Unser Kumuliertes" beträgt seit Jahresbeginn 100 Teile. Der Wert im Feld "Kumulierte Menge des Kunden" beträgt 85 Teile. Das bedeutet, dass dem Kunden 15 Teile geliefert werden. Es sind derzeit 3 Stück in einer Rüstliste angegeben, und der Kunde gibt 14 Stück als Rückstandsauftrag im Bruttolieferplan an.

Der Bestand wird wie folgt berechnet: (100 – 85) + 3 – 14 = 4 Der Wert 14 des ersten Rückstandsauftrags des Kunden wird gelöscht. Dann werden 4 Stück abgezogen, wobei mit dem ersten Bruttobedarf begonnen wird, bis der Abstimmungssaldo gleich null ist.

Beispiel zwei – negativer Abstimmungssaldo

Der Wert im Feld "Unser Kumuliertes" beträgt 100 Teile. Der Wert im Feld "Kumulierte Menge des Kunden" beträgt 95 Teile. Das bedeutet, dass dem Kunden 5 Teile geliefert werden. In der aktuellen Rüstliste sind 3 Stück angegeben. Der Kunde gibt 15 Stück als Rückstandsauftrag im Bruttolieferplan an.

Der Bestand wird wie folgt berechnet: (100 − 95) + 3 − 15 = −7. Ein Rückstandsauftrag von 7 Stück wird im Nettolieferplan mit dem vom Kunden angegebenen Rückstandsauftragsdatum erstellt.

Methode 5 – diskrete Abstimmung

Diese Methode wird nur in speziellen Situationen verwendet, z. B. wenn der Kunde keine Abstimmungsinformationen in den Lieferplan übertragen hat.

Der Zweck der diskreten Abstimmung ist der Abgleich diskreter Bedarfe untereinander. Im Unterschied zu den beiden vorangegangenen Methoden werden mit der diskreten Abstimmungsmethode weder Abstimmungssalden für die Rückstandsauftragserstellung berechnet noch zukünftige Bruttobedarfe reduziert. Die diskrete Abstimmung wird verwendet, um unter Berücksichtigung von Lieferungen die Aktualisierung einer diskreten Auftragsposition zu ermöglichen, falls der gleiche Bedarf mehrmals verarbeitet wird.

Der gleiche Bedarf setzt voraus, dass der neue Nettobedarf zum gleichen Standort, zur gleichen Lieferplangruppe, zum gleichen Partner, zum gleichen Kundenauftragstyp, zum gleichen Artikelalias, zum gleichen gewünschten Lieferdatum und zur gleichen gewünschten Lieferzeit wie der aktuelle Nettobedarf gehört. Außerdem müssen die zusätzlichen Schlüsselinformationen (z. B. Kundennummer und Adressnummer) im neuen und im aktuellen Nettobedarf in Bezug auf die in (RSS015/K) oder (RSS015/L) definierten Anforderungen identisch sein.

Wird in Übereinstimmung mit der obigen Definition der gleiche Bedarf gefunden, während ein Nettolieferplan erstellt wird, wird er mit der neuen Bedarfsmenge aktualisiert, die im Nettolieferplan angegeben ist. Wenn der Bedarf teilweise oder vollständig geliefert ist, wird die Differenz zwischen der neuen Bedarfsmenge und der gelieferten Menge als Menge fortgeschrieben, die noch geliefert werden muss.

Felder, die vor der diskreten Abstimmung in (RSS015) zu definieren sind

Feld Erforderliche Definitionen
015 Abstimmungsmethode Wählen Sie Abstimmungsmethode 5 = Diskret aus.
215 Zugeteilte Aufträge ändern Definieren Sie, ob eine zugeteilte Auftragsposition während der Abstimmung und des Nettolieferplanprozesses geändert werden kann. Wenn ein zugeteilter Auftrag nicht geändert werden kann, wird er als Auftragsposition in einer Rüstliste verwaltet.

Beispiel eins – Erhöhung der Bedarfsmenge

Für einen bestimmten diskreten Bedarf ist eine aktuelle Nettolieferplanmenge von 100 Stück angegeben und im neuen Nettolieferplan sind 110 Stück als neue Bedarfsmenge angegeben. Von den anfänglichen 100 Stück wurden vor Kurzem 35 Stück an den Kunden geliefert.

Die neue Bestellmenge wird auf 110 gesetzt. Die zu liefernde Restmenge wird wie folgt berechnet: (110 – 35) = 75. Diese Zahlen werden in der Auftragsposition aktualisiert, nachdem der Nettolieferplan erstellt wurde.

Beispiel zwei – Senkung der Bedarfsmenge

Für einen bestimmten diskreten Bedarf ist eine aktuelle Nettolieferplanmenge von 100 Stück angegeben. Im neuen Nettolieferplan sind 40 Stück als neue Bedarfsmenge angegeben. Von den anfänglichen 100 Stück wurden vor Kurzem 55 Stück an den Kunden geliefert.

In diesem Fall wird die neue Bestellmenge auf 55 gesetzt, was der Menge entspricht, die bereits geliefert wurde. Die zu liefernde Restmenge wird auf null gesetzt, wodurch für diesen diskreten Bedarf nichts mehr zu liefern ist. Die Erhöhung auf 15 Stück (40 im neuen Auftrag und 55 geliefert) muss manuell verwaltet werden, da mit dieser Methode nur die Abstimmung im Rahmen eines diskreten Bedarfs verwaltet werden kann.